Person der Woche  

Was ist das?

Erstmals für die Sommerpaus 2019 haben wir uns diese neue Rubrik ausgedacht!

 

Möglichst jede Woche versuchen wir eine besondere Person aus unserem Verein vorzustellen, die man unbedingt kennen sollte! Wir möchten euch somit einen Einblick hinter die Kulisse ermöglichen und Dinge herausfinden, die nicht jeder schon weiß. 

Person 4 - Frank Schmelzer

HSC: Hallo Frank! Wir kennen dich als feste Größe beim HSC. Eigentlich kann man dich gar nicht mehr wegdenken, so lange spielst du schon bei unserem Verein. Uns haben wiederholt Anfragen erreicht, dass man doch auch mit dir mal ein Interview führen sollte. Also - auch wenn du nicht der Typ bist, der gerne im Mittelpunkt steht - fangen wir einfach mal an!

Frank: Hallo Eric. Ich finde, eure Interviewserie ist eine gute Sache. Deswegen bin ich auch gerne bereit, hierzu einen Beitrag zu leisten.

 

HSC: Du bist so ziemlich von Anfang an dabei, seit wann spielst du denn als Aktiver beim HSC? Und wie kamst du überhaupt zum Handball?

Frank: Ich fange mal damit an, wie ich zum Handball kam. Wir haben im Gymnasium (SMG) im Schulhof auf dem Asphalt Handball gespielt. Das hat mir gleich sehr viel Spaß gemacht und unser Sportlehrer Karlheinz Borzel hat zu mir gesagt, "Es gibt in Ingelheim einen Handballverein. Geh doch mal da hin". Also bin ich im Frühjahr 1970 mit meinem Fahrrad vom Oberböhl zur Kurt Schumacher Schule gefahren. Dort wurde auf dem Sportplatz (nix Halle/nix Rasen!) Handball trainiert. Nach dem ersten Training hat der Trainer (ich weiß nicht mehr, wer es war) gesagt, ich solle am Wochenende in dem anstehenden C-Jugendspiel mitspielen. So bin ich 1970 (nach Zustimmung meiner Eltern) eilig dem HSC beigetreten. 

Nach der A-Jugend habe ich in der Saison 1975/76 zunächst in der zweiten Mannschaft auf Rückraum-Mitte gespielt und wir sind damals Meister geworden. Ab der Saison 1976/77 habe ich dann in der Ersten gespielt.

 

HSC: Und wie ist deine handballerische Karriere (bis jetzt) denn so verlaufen? Was waren die Höhepunkte?

Frank: In der Ersten haben damals die zwei Jahre älteren großen Talente Peter und Gerhard Gresch, Günter Möser und Micha Scharf gespielt. Trainer war Jürgen "Biggi" Langer (im Hauptberuf Diplomsportlehrer bei Boehringer). Um in die Mannschaft reinzukommen, habe damals als Rechtshänder auf Rechtsaußen angefangen! Über die Einstellung und den Kampfgeist und vor Allem durch die Abwehr habe ich mich in die Mannschaft reingespielt. Bis ich dann aber auch dort auf Rückraum-Mitte spielen durfte, hat schon noch etwas gedauert.

Höhepunkt war zweifellos die Oberligameisterschaft 1982/83 und die anschließende Regionalligasaison. Aber auch die Jubiläumsspiele gegen Großwallstadt und Wallau-Massenheim waren natürlich Highlights. Es ist immer was Besonderes, vor einem vollen Haus zu spielen. 

 

HSC: Du hast dein ganzes handballerisches Leben beim HSC verbracht. Hattest du nicht mal den Gedanken, den Verein zu wechseln?

Frank: Nein, das kam für mich nie in Frage. Ich hatte mal ein Angebot, wo ich sogar eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen hätte. Es hat mich aber mehr gereizt, in immer neuen Konstellationen hier in meiner Heimat das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.

 

HSC: Auch als Trainer warst du lange Zeit aktiv beim HSC. Wie liegt dir die Rolle neben dem Feld?

Frank: Wie mir die Rolle liegt? Frag meine Mitspieler! Jedenfalls stelle ich schon gewisse Anforderungen im Training und in den Spielen - auch an mich selbst.

Mit 19 habe ich für 1 Jahr die D-Jugend (u.a. Gerhard Chitralla) trainiert. Es hat Spaß gemacht, den Jungs unsere tolle Sportart zu vermitteln. Gleichzeitig ist es eine schöne Erfahrung zu sehen, wie schnell die Jungs lernen und sich weiterentwickeln. Wegen Bundeswehr und Studium (in Darmstadt) konnte ich das nicht fortsetzen. Später habe ich als erfahrener Spieler schon mal Trainingstermine übernommen oder als Interims-Spielertrainer fungiert. 1985 habe ich meine "Übungsleiterlizenz" gemacht. Für eine Trainerkarriere hat mir neben dem Beruf und der Familie aber die Zeit gefehlt bzw. es war mir wichtiger, selbst weiter Handball zu spielen. Daher war das im HSC bei den Aktiven immer in Doppelfunktion als Spielertrainer.

Etwas anderes war meine Trainertätigkeit in der D und C-Jugend von 2007 bis 2011. Tom war mit unserer E-Jugend gerade Rheinhessenmeister geworden. Steffi Radlinger-Brack wollte nicht als Trainerin weitermachen. Es wurde ein adäquater Trainer für diesen vielversprechenden Jahrgang gesucht. Die Suche hat sich hingezogen. Da habe ich mich bereiterklärt, das Training zu übernehmen, bis ein geeigneter Trainer gefunden wird. Daraus sind dann 4 erlebnisreiche Jahre geworden. Höhepunkt war die Rheinhessenmeisterschaft 2007/08 und die Teilnahme am Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" 2011 zusammen mit Matthias Heucher und den HSC-Spielern der Jahrgänge 1996/97 (soweit sie auf dem SMG waren).

 

HSC: Der Name Schmelzer sollte jedem interessierten Handballfan etwas sagen. Das liegt aber wohl eher an deiner Tochter Meike… Was sagst du zu ihrem außergewöhnlichen Weg und wieviel hat ihre Familie damit zu tun?

Frank: Meike hat von frühester Jugend an einen absoluten Bewegungsdrang. Egal welchen Sport sie betrieben hat (Fußball mit den Jungs im Oberböhl oder in der Schule, Leichtathletik, Schwimmen, usw.), überall ist ihr Bewegungstalent aufgefallen. Dass sie beim Handball ihren Weg gemacht hat, hat natürlich mit unserer Familie zu tun. Cora hat mit 6 Jahren bei den MiniMinis im HSC angefangen und Meike ist als vierjährige schon mit ins Training gegangen. Nachdem man von Verbandsseite auf Meike aufmerksam geworden ist, haben Moni und ich Meike von Anfang an maximal unterstützt. Leider hat sie durch eine Wachstumsstörung im Knie zwischen 14 und 16 insgesamt fast 2 Jahre nicht am Handballtraining teilnehmen können. Umso erstaunlicher war ihr Comeback. Hier hat sich ihr unglaublicher Wille und ihre Einsatzbereitschaft gezeigt. Sie hat alles ihrem Ziel, mal in der Bundesliga zu spielen, untergeordnet - ohne die Schule, die Musik oder ihr Umfeld zu vernachlässigen. Dass sie es zur mehrfachen Deutschen Meisterin und in die Nationalmannschaft geschafft hat, freut uns sehr. Wir versuchen, so oft wie möglich, uns ihre Spiele anzusehen.

 

HSC: Bei der dritten Mannschaft bist du von Anfang an dabei, du hast sie mit gegründet. Nun bist du - auch wenn man es dir nicht ansieht - mit Heinz der älteste aktive HSC-Spieler. Und trotzdem zeigst du du den Jungen teilweise ganz genau, wo der Haken hängt. Gilt bei dir der alte Spruch vom Rotwein oder wie ist das?

Frank: Ich freue mich sehr, dass mein Körper es mir erlaubt, im hohen Alter von 63 immer noch Handball zu spielen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass es schon morgen vorbei sein kann. Also bin ich um jede mittwöchliche Trainingseinheit dankbar. Wenn es irgendwann nicht mehr gehen sollte, wird mir was fehlen!

 

HSC: Wir hoffen, dir noch lange auf dem Feld zuschauen zu dürfen. Du bist ein tolles Vorbild für die jüngeren Generationen!

 

das Interview führte Eric Wolf

Person 3 - Christian Blaha

HSC: Inzwischen bist du seit ca. 2 Jahren beim HSC und hast dort gemeinsam mit dem Vorstand ein inzwischen wöchentlich stattfindendes Athletik-Training etabliert. Den Spielern und Spielerinnen der Aktivmannschaften, sowie der A-Jugend bist du schon lange kein Unbekannter mehr. Deswegen wurde es nun Zeit, dich dem Rest des Vereins und unseren Fans auch einmal vorzustellen. Legen wir einfach mal los. Wie kam es denn eigentlich dazu, dass du als Wiesbadener ausgerechnet nach Ingelheim kommst?

Blaha: Ich arbeite seit 2010 im Bezirk Mainz, Frankfurt und Wiesbaden als Trainer im Bereich Athletik, Reha und Prävention in den verschiedensten Einrichtungen. Ich habe in Mainz Sportwissenschaft studiert, daher kenne also einige Leute. Da ich in den Bereichen Kraft und Athletik von Anfang an die Linie des schweren Eisens vertreten habe, bin ich in der Region dafür bekannt. Da der HSC irgendwann beschlossen hat, dass diese Form des Krafttrainings ihm helfen könnte, war es unvermeidbar auch als Wiesbadener in Ingelheim zu arbeiten. Letztendlich bin ich in Ingelheim geblieben, weil ich mich mit dem Verein und der Philosophie stark identifiziere. Auch in meinem Heimatverein DJK Aschaffenburg (Fußball) hat man immer versucht mit eigenem Nachwuchs zu arbeiten, der aus Überzeugung spielt, nicht für Geld.

 

HSC: Für wie wichtig erachtest du denn ein gutes Athletiktraining neben dem normalen Handballtraining?

Blaha: Ich erachte es für sehr wichtig. Die Verletzungshäufigkeit der Gelenke, der Muskeln, Sehnen und Bänder ist statistisch nachweisbar reduzierbar, wenn gewisse Voraussetzungen in der Ausprägung der Muskulatur, der Beweglichkeit und der Bewegungssteuerung erfüllt sind. Ich interpretiere Athletiktraining erst mal als Sportart spezifisches Krafttraining. Man darf niemals vergessen, dass wir seit Newton wissen, dass Kraft die Grundlage für Bewegung ist. Wenn jemand bei gleichbleibendem Körpergewicht stärker wird, dann wird er automatisch schneller. Es ist kein Zufall, dass die deutschen Rekorde im 30m und 60m Sprint seit Jahrzehnten von Sportlern gehalten werden, die nachgewiesenermaßen sehr stark sind: Bobfahrer, Kugelstoßer, Gewichtheber...

 

HSC: Und wie siehst du die "athletische" Entwicklung bei den Spielern und Spielerinnen?

Blaha: Ich bin sehr zufrieden mit der sportlichen Entwicklung. Langhanteltraining ist richtig eingesetzt für jeden Sportler förderlich. Jedoch müssen Trainer und Athlet Geduld aufbringen, um die Technik der Übungen zu erlernen. Ich bin stolz, dass wir diese Geduld seit zwei Jahren aufbringen und dann in der letzten Saison gesehen haben, dass es sich auszahlt. Ich habe viele Vergleichsmöglichkeiten aus dem bezahlten Hochleistungssport. Da muss ich sagen, dass sich einige AthletInnen des HSC inzwischen auf einem ähnlichen oder höheren Niveau bewegen.

 

HSC: Was machst du so in deinem täglichen Job als Trainer? Und inwieweit lassen sich solche Erkenntnisse auf den Handballsport übertragen oder auch anders herum?

Blaha: Ich bin als Teilzeitkraft im MED4SPORTS in Wiesbaden angestellt. Die Hälfte der Zeit ist  klassische Krankengymnastik am Gerät und medizinische Trainingstherapie mit Privatpatienten. Die andere Hälfte der Zeit arbeite ich mit SportlerInnen vom Olympiastützpunkt Frankfurt, den Rhine River Rhinos und anderen SportlerInnen von professionellen Sportvereinen in Wiesbaden.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass viel MED4SPORTS in meinem Training beim HSC steckt. Ich habe engagierte, kompetente Sportwissenschaftler und Physios als Kollegen. Von denen hole ich öfters Rat oder bekomme auch mal Widerworte. Das bringt mich täglich weiter und umgekehrt.

Bei MED4SPORTS habe ich gelernt, dass sich Geduld auszahlt, von der ich vorhin schon gesprochen habe. Auch die Individualität jedes Sportlers ist zu berücksichtigen. Es zeigt sich auch immer mehr in meiner alltäglichen Arbeit, dass die Qualität des Trainings vor der Quantität kommen sollte. Das bedeutet, ich trainiere entweder mit 100%. Ein 100m Sprinter wird nicht schneller, wenn er 20mal 100m in 20 Sekunden sprintet. Interessanterweise beobachte ich, dass wenige Wiederholungen mit hohen Gewichten weniger Trainings bedingte Überlastungserscheinungen provozieren als niedrige Gewichte mit hohen Wiederholungszahlen.

 

HSC: Was sind denn so deine Hobbys neben dem Trainieren und Training geben?

Blaha: Das Problematische am Training ist, dass man ja nicht nur die Zeit fürs eigentliche Training braucht, sondern dementsprechend die Ernährung gestalten muss und den Schlaf steuern. Das verbraucht schon einiges an Zeit. Ich denke, mein größtes Hobby ist Musik in jeglicher Erscheinungsform. Ich habe mir letztes Jahr einen Schallplattenspieler gekauft. Wenn man Schallplatte hört, dann konfrontiert man sich sehr stark mit der Musik und den Texten. Ich denke, dass es keine Kunstform gibt, die den Geist so sehr berührt und formt wie die Musik. Ich halte es mit Friedrich Nietzsche: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“.

 

HSC: Du scheinst mit den Jungs und Mädels sehr gut zurecht zu kommen. Wie zufrieden bist du denn beim HSC und kannst du dir vorstellen hier auch langfristig mitzuwirken?

Blaha: Ich denke, das Zurechtkommen beruht auf gegenseitiger Basis. Ich bekomme viel Vertrauen entgegen gebracht beim HSC. Die Leute merken, dass ich mir der Verantwortung bewusst bin, die ich v. a. in der Vorbereitung habe. Deswegen stecke ich meine ganze Leidenschaft in das Training. Ich bin zufrieden beim HSC. Ich bin wie gesagt immer ein Vereinsmensch gewesen. Seitdem ich 2008 in Mainz angefangen habe zu studieren, hat mir das gefehlt. Ich sehe beim HSC noch Entwicklungspotential in der Zukunft. Gerade wenn ich an die Implementierung des Athletiktrainings in der Jugend denke oder an die Fortschritte, die die Jungs und Mädels beim Gewichtheben machen. Solange ich dieses Potential sehe, bleibe ich da.

 

HSC: Kannst du dir inzwischen selbst auch noch eine handballerische Karriere vorstellen? Bei deinen jetzt schon zwei Teilnahmen am Jedermannturnier hast du dein Talent ja unter Beweis stellen können...

Blaha: Ich würde gerne Handball trainieren, sehe da aber ein Zeitproblem. Ich arbeite im Moment viermal in der Woche abends mindestens bis 20:00. An der Uni war Handball eine meiner Lieblingssportarten.

 

HSC: Zuletzt noch ein Blick in die Zukunft; was würdest du denn gerne beruflich noch erreichen bzw. hast du Träume, die du dir gerne noch verwirklichen würdest?        

Blaha: Mit der momentanen beruflichen Situation bin ich zufrieden, weil ich mit MED4SPORTS einen tollen Arbeitgeber habe und viele loyale Privatkunden, zu denen ja auch der HSC gehört. Das gibt man nicht einfach so auf. Interessant wäre eine Anstellung bei einem großen Sportverein als Trainer (im April gab es Kontakt zu einem Fußball-Bundesligisten) oder eine Promotion aus dem trainingswissenschaftlichen oder sportphilosophischen Bereich. Auch würde ich gerne mal eine andere Stadt kennenlernen oder ein anderes Land. Einen großen Reiz hätte dabei eine (Sport)Aufgabe in der Entwicklungshilfe.

 

HSC: Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns auf viele schweißtreibende Mittwochabende!

 

das Interview führte Eric Wolf

Person 2 - Nico Rosenbaum 

HSC: Hallo Nico! Mit dir als nächste Person der Woche haben vielleicht nicht so viele gerechnet, aber in einer internen Abstimmung bist du bei den ganzen Vorschlägen ziemlich weit vorne gelandet! Uns von der Redaktion hat das nicht überrascht, da wir dich ganz gut kennen. Du bist immer wieder einer, der bei Events bis zum Schluss bleib und einer der ersten, der mit anpackt, wenn Hilfe gebraucht wird. Und das als einer, der gerade aus der A-Jugend kommt…  das ist einfach ein gutes Vorbild. Und deswegen fangen wir auch da einfach mal an. Warum machst du so was eigentlich immer (ist schließlich freiwillig) und woher kommt diese Einstellung?

Nico: Gute Frage. Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau. Eigentlich bin ich eher der Faule, der das Aufräumen immer verschiebt. Aber beim HSC ist mir das irgendwie wichtig. 

 

HSC: Inzwischen bist du sogar im Jugendvorstand aktiv!

Nico: Für mich gehört es einfach dazu, zu helfen, wenn ich kann. Ich denk mir immer es räumt ja keiner gerne auf und wenn viele Leute aufräumen ist die Arbeit schneller gemacht und alle können nach den Spielen feiern. Ferienspaß und Jugendvorstand find ich eine mega wichtige Sache für den Verein. Dass die eigenen Jugendspieler mitentscheiden können, was in der Jugend passiert ist ja nicht selbstverständlich. Trotzdem würde ich mich darüber freuen, wenn sich noch mehr an mir ein Beispiel nehmen und regelmäßig nach den Spielen und bei den Events mithelfen.

 

HSC: Was viele nicht wissen, dass du deine Hilfsbereitschaft im weiteren Sinn auch zu deiner Berufswahl geführt hat. Als Kinderkrankenpfleger hast du unserer Meinung eine riesige Portion Respekt verdient! Aber wie genau bist du dazu gekommen?

Nico: Ja das ist eine relativ lange Story .... 2016 habe ich nach der Schule direkt eine Ausbildung zum Industriemechaniker angefangen. Da habe ich aber schnell festgestellt, dass ich keinen Spaß habe. Meine Eltern konnten mich aber zunächst überreden, erst einmal weiter zu machen. Dann im Dezember bin ich überraschend krank geworden, wodurch ich auch knapp für einen Monat im Krankenhaus bleiben musste. Dort ist mir dann noch mehr klar geworden, dass ich etwas anderes machen wollte, zumal ich durch eine vorherige Knieverletzung auch weitere Fehlzeiten hatte und ich eventuell die Ausbildung neu starten musste. Also habe ich die Ausbildung beendet. Und als ich im Krankenhaus lag, bewunderte ich immer wieder die Arbeit der Pflegekräfte und habe mich dann für mehrere Praktikas beworben als Kinder- und Erwachsenenpfleger. Dort merkte ich, dass ich Spaß daran habe und mir wurde immer wieder gesagt, dass ich ein Talent dafür habe. Drauf habe ich mich direkt beworben und bin seitdem an der Uniklinik Mainz in der Ausbildung und habe die Entscheidung nie mehr bereut!

 

HSC: Das war wirklich interessant. Um wieder zurück zum Handball zu kommen, wie bist du eigentlich zum HSC gekommen?

Nico: Zum HSC bin ich in der Grundschulzeit gekommen durch meine besten Freund Jonas, den ich auf seinen Spielen immer angefeuert habe. Es sah spaßig aus, was er machte und wie er da verwirrt von oben nach unten rannte. Dann habe ich mich kurzerhand angemeldet und hab sogar direkt meine erste Saison in der F-Jugend als Meister beendet. 

 

HSC: Soweit wir informiert sind, hattest du aber auch mal eine Phase, in der du aufgehört hast oder?

Nico: Ja in der C-Jugend habe ich für etwas mehr als ein halbes Jahr aufgehört. Jetzt ist es mir auch eher unangenehm, wenn ich darüber nachdenke. Ich sag nur so viel, mein bester Freund war da eher die Playstation :D Irgendwann hatte ich dann wieder einen absoluten Bewegungsdrang und habe sofort wieder Blut geleckt. Seitdem bin ich wieder voll dabei mit neuer Motivation.  

 

HSC: Zur neuen Saison bist du komplett aus der Jugend entwachsen. Was sind denn nun deine Ziele im Aktivenhandball?

Nico: Im letzten Jahr hatte ich eher eine durchwachsenen A-Jugend-Oberliga Saison. Bei den Aktiven bin ich ja jetzt schon die letzten zwei Jahre ein bisschen dabei. Ich denke ein wichtiges Zeil für mich persönlich ist es natürlich den Shampookorb immer voll zu halten und mit neuen Shampoovariationen abzuliefern :D Mein Ziel auf dem Handballfeld ist es, die nächste Saison in der ersten Mannschaft etwas mehr mit zu mischen und hoffentlich nicht wieder gegen den Abstieg zu spielen.

 

HSC: Lässt sich so ein Mannschaftssport überhaupt mit deiner Arbeit vereinbaren? 

Nico: Ich versuche, so oft wie möglich da zu sein. In der Schulzeit lässt sich das gut vereinbaren, aber in der Praxisphase gestaltet sich das ein bisschen schwieriger. Als Azubi habe ich da leider nicht so viel Mitspracherecht, was den Schichtplan angeht. Ich versuche aber immer, dass ich zumindest am Wochenende Frühdienst bekomme um zu den Spielen da zu sein.

 

HSC: Zum Schluss: woher kommt dein Spitzname Messi? 

Nico: Zu dem Spitznamen ist es gekommen, als ich angefangen habe, bei der Zweiten ein bisschen mitzutraineren. Leider ist es nicht ganz so eine spannende Story. Ich hatte im ersten Training ein Messi Trikot an und wie das halt so ist kann sich keiner deinen Namen merken. Dann wurde ich eben Messi getauft und so ist es geblieben :D

 

HSC: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in deiner Zukunft!

 

das Interview führte Eric Wolf

Person 1 - Peter Löw 

HSC: Hallo Peter! Wir möchten mit dir unsere neue Rubrik „Person der Woche“ für die Sommerpause eröffnen. Wir hoffen, du hast dich gefreut und wir können dich unseren Fans und Vereinsmitgliedern ein wenig besser vorstellen. Aber Ich denke mal, dich kennt beim HSC inzwischen sowieso jeder! 

Peter: Das freut mich. Ich selbst bin aber weniger eitel. Es ist aber schön, wenn auch Jugendtrainer im Verein positiv wahrgenommen werden.

 

HSC: Fangen wir mal an mit deiner persönlichen Handballer-Vita. Wie und wo ging es bei denn los?

Peter: Das Handballspielen wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater war noch aktiver (Groß-) Feldhandballer beim TV Konstanz. Ich erinnere mich immer noch gerne an die Heimspieltage, die wie große Familienfeste auf dem wunderschön am Bodensee gelegenen Sportplatz stattfanden.

Mein Vater war aber auch Jugend-Handballtrainer (da aber schon Kleinfeld- und Hallenhandball)und so war es der natürliche Gang der Dinge, dass er mich dafür begeisterte.

Gefühlt verbrachte ich meine gesamte Jugend in der Halle (oder im Sommer auf dem Sportplatz – wir spielten nämlich noch einen Sommerrunde auf Rasenplätzen – wie auf Felke J). Es sei denn, dass ich quasi zum Ausgleich noch etwas Leichtathletik betrieb.

 

HSC: Das klingt ja, als sei der Weg geebnet gewesen für eine erfolgreiche Handballer-Karriere?

Peter: Immerhin schaffte ich es irgendwann in die südbadische Auswahl und später gelang mir mit 18 Jahren auch der Sprung in die 1. Herrenmannschaft der HSG Konstanz (TV Konstanz + DJK Konstanz). Damit begann für mich eine unheimlich intensive, erfolgreiche und schöne Zeit. Wir schafften den Durchmarsch in die Oberliga und von dort in die Regionalliga (heute 3. Liga). Leider mussten wir gleich wieder absteigen (als neunter von zwölf!). Trotzdem war das eine tolle Erfahrung. Wir hatten eine starke Gemeinschaft, haben hart trainiert und heftig gefeiert.

Während dieser Zeit machte ich erstmals meinen Übungsleiter-Schein für Handball (heute C-Schein) und unterstützte meinen Vater beim Jugendtraining. Gleichzeitig war ich auch noch als Schiedsrichter unterwegs.

 

HSC: Klingt, als ob daheim die Welt in Ordnung war. Wir kam es, dass du deine Heimat verlassen hast und ging es mit dem Handball trotzdem so erfolgreich weiter?

Peter: Irgendwann ging es für mich beruflich nach Wiesbaden. Dort heuerte ich gleich bei der Eintracht in der 2. Mannschaft (1. Bezirksliga – wie Rheinhessenliga, nur stärker) an. Die 1. Mannschaft spielte da noch 2. Liga und der Verein wollte die Reservemannschaft endlich in die Oberliga bekommen. Nachdem das nach zwei Anläufen jeweils knapp nicht gelang, zerbrach das Team und in der Folgesaison stiegen wir sogar ab. Ich blieb noch ein Weilchen und musste aber dann im zarten Alter von 30 Jahren aus gesundheitlichen Gründen mit dem Handballspielen aufhören! Ich hatte mir schlicht die Adduktoren ruiniert. Ich habe Verletzungen nie ausheilen lassen, war stets zu ungeduldig. Und das hat sich gerächt.

 

HSC: Nachdem man fast 3 Jahrzehnte Handball gespielt hat, muss es hart gewesen sein, wenn das von jetzt auf eben wegbricht oder? Wie kam es dann dazu, dass du den Weg zum HSC gefunden hast?

Peter: Nach Wochen der Verzweiflung (ist ein Leben ohne Handball nicht irgendwie sinnlos?) fand ich meinen Frieden beim meditativen Aikido, was mir auch half, keine Schmerzen mehr zu haben. Als sich Nachwuchs (Leon) ankündigte, suchten wir eine neue Bleibe und landeten zufällig (oder war es Vorsehung?) in Ingelheim. Meine Freude war groß, dass sich beide später für Handball beim HSC entschieden, denn ich habe keinen Druck ausgeübt.

 

HSC: Und beim HSC konntest du dann als Papa wieder Handball gucken?

Peter: Ich habe mich und meine Jungs beim HSC von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Ich habe tolle Jugendtrainer*innen kennengelernt (Danke Frank, danke Ute!). Der Sog des Handballsports hatte mich nun aber wieder stark erfasst. Ich begann, als „Vater“ die Trainer*innen zu unterstützen. Es hat mich aber zunehmend gedrängt, eigene Vorstellungen von Jugendtraining umzusetzen. Und so wurde ich Stück um Stück wieder Trainer. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass mir mittlerweile viel methodisches Wissen abhandengekommen war. Zudem hat sich der Sport auch ein ganzes Stück weiterentwickelt. Damit war es für mich klar, dass ich nochmal den Trainerschein machen muss (den „alten“ hab ich leider auslaufen lassen). Mit knapp 50 Jahren hatte ich also dann „wieder“ den C-Schein in der Hand.

Zum Glück hat mich Kerstin (=meine Frau) bei allen Aktionen immer super unterstützt, mit Zuspruch und Verständnis. Sonst hätte das alles nicht funktioniert. Aber sie wusste ja, wen sie geheiratet hat J.

 

HSC: Welche Jugendbereich trainierst du denn beim HSC?

Peter: Ich war und bin beim HSC (jetzt JSG) eigentlich immer im Bereich C- und B-Jugend unterwegs. Ich finde diese Altersgruppe unheimlich spannend. Die Jungs wachsen brutal, pubertieren heftig und entwickeln sich mitunter in einer ganz spannenden Art und Weise. Man muss genau hinschauen, kann vieles erahnen, wird aber oft ziemlich überrascht – zum Glück meist positiv.

Die Jungs indem Alter sind zudem unheimlich begeisterungsfähig und versprühen unglaublich viel Energie. So kommt es oft vor, dass ich schlapp und mürrisch ins Training gehe (was hoffentlich keinem auffällt, ich gebe wir Mühe), dann aber energetisch aufgeladen und gut gelaunt wieder raus komme. Das beantwortet auch die Frage, warum ich noch so gerne Jugendtrainer bin.

Jungs in dem Alter wollen gefordert werden. Sie brauchen Intensität. Dann kommen Spaß und Spielfreude wie von selbst. Dementsprechend versuche ich auch, meine Trainings aufzubauen, bei denen mich Alex Rößner seit Jahren tatkräftig unterstützt (Danke dafür!)

 

HSC: Was ist denn deine handballerische Philosophie als Trainer?

Peter: Mein Ziel ist, mit „meinen“ Jungs einen modernen schnellen Handball zu spielen. Ich bin mittlerweile Fan einer offen-druckvollen und antizipativen 3:2:1-Abwehr, auch für die B-Jugend. Ich mag im Jugendbereich keine 6:0- oder andere defensive Formationen. So wie das derzeit viel zu oft gespielt wird, führt das bei den jungen Spielern zu einer taktischen Verblödung.

Vorne fordere ich von den Spielern, die richtigen Entscheidungen im Kleingruppenspiel zu treffen (mit dem 2 gg 2 als „Königsdisziplin“). Als Hilfsmittel kriegen sie Auslösehandlungen an die Hand. Jede Aktion eröffnet 2-4 Optionen und die Jungs müssen die beste davon erkennen. Starre Spielzüge oder andere unflexible Spielsysteme mag ich nicht, davon wird das Hirn träge.

 

HSC: Wie siehst du die Entwicklung beim HSC und wie betrachtest du den Handball in Rheinhessen allgemein?

Peter: Ich weiß mittlerweile, dass mein Ansatz in die richtige Richtung geht, bin mir aber gleichzeitig bewusst, dass nicht alles wirklich gut läuft. Ich wünsche mir daher mehr Diskurs im Kreise der Trainer.

Die Entwicklung des Handballs in Rheinhessen macht mir derzeit ein Wenig Sorgen. Es gibt immer weniger Spieler*innen und Mannschaften, damit weniger Talente, und dann schlagen mäßige und schlechte Trainer stärker durch. Ich hab den Eindruck, dass immer weniger den Weg in den schnellen modernen Handball mitgehen können (warum auch immer) und dass insgesamt das Niveau in der Breite sinkt. Aber wir beim HSC (und in der JSG) können und müssen gegensteuern. Die Zukunft für uns liegt meiner Meinung nach bei der (Jugend-) Trainerausbildung. Da sollten wir investieren.

 

HSC: Was möchtest du uns zum Abschluss noch sagen?

Peter: Mit dem HSC als „Heimatverein“ bin ich insgesamt sehr glücklich. Der Vorstand und die Aktivposten sind fast durchgängig jung (sorry Michael und Jochen J), aktiv, dynamisch und vor allem sympathisch. Das erinnert mich an früher, als Handball noch viel mehr „Familie“ war (in Hessen drüben war das in dieser Hinsicht nicht wirklich schön). Ich hoffe, dass wir uns das für die Zukunft erhalten können.

 

HSC: Vielen Dank für das interessante Gespräch! Wir sehen uns in der Halle!

 

das Interview führte Eric Wolf

Aktuell

Zum Einblick in den Wochenspielplan einfach auf den Button klicken. Dort nach HSC Ingelheim bzw. JSG Ingelheim/Ober-Hilbersheim suchen. Die H.-Nr. ist 240250 für den HSC und 245328 für die JSG.

Mannschaftskürzel sind:

E1-Jgd: mJE-KK-1

E2-Jgd: mJE-KK-3

mD-Jgd: mJD-KK-1

wD-Jgd: wJD-KK-2

C1-Jgd: mJC-RHL

C2-Jgd: mJC-KK-1

B-Jgd: mJB-RHL

A-Jgd: mJA-RHL

Wir hoffen, das macht die Übersicht ein bisschen leichter!

*Jugendtelegramm

Alle Berichte der Jugendmannschaften AB JETZT hier im Jugendtelegramm!

 

*19.10. Damen Kreisliga

Nichts zu holen in Mainz

 

*10.11. Herren Rheinhessenliga

Auholjagd(en) umsonst

 

*27.10. Damen A-Klasse

Da war nix zu holen

 

*15.11. Herren Kreisklasse

Erster Auswärts(teil)erfolg

 

*10.11. Herren B-Klasse

Aus, aus, Auswärtssieg

 

Helferdienste 2019/20

Ab jetzt kann man im "HSC-Fanshop" verschiedene Artikel erwerben. Zunächst gibt es "HSC-Shirts" sowie "HSC-Polohemden". Viel Spaß beim stöbern!

Einfach auf das Bild klicken!

Das Vorstandsinterview

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Postfach 12 19
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