Ein halbes Jahrhundert Handball in Ingelheim
50 Jahre HSC, das heißt ein halbes Jahrhundert Handball in der Rotweinstadt. Für den Handball-Sport-Club Ingelheim ist es ein besonderes Jubiläum, das gebührend gefeiert werden muss.
Im Jahr 2017 kann der Verein auf eine 50-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken.
Anfangs etablierte man unter den Fittichen der SpVgg Ingelheim eine eigene Sparte Handball, ehe man sich 1967 endgültig abspaltete und einen eigenständigen Handballverein gründete. Bereits 7 Jahre später konnte man den Aufstieg der Damenmannschaft in die Oberliga bejubeln, nur 3 Jahre später zogen die Herren nach. Auch heute noch spielen unsere Damen in der höchsten Spielklasse des Verbandes und auch die Herren I konnten ihren Platz in der Rheinhessenliga etablieren.
Als Highlight hervorzuheben ist sicherlich, dass man im vergangenen Jahr mit der A-Jugend als erstes Rheinhessisches Team die Oberligameisterschaft gewinnen konnte und sich in der Folge für die Bundesliga qualifizierte. So konnte man in der Saison 2015/2016 Bundesliga-Heimspiele in der Sporthalle der Kaiserpfalz-Realschule ausrichten und durfte in einer nahezu vollbesetzten Halle Jugendmannschaften der großen Bundesligavereine begrüßen. Für den HSC Ingelheim war dies eine tolle Möglichkeit den Verein und die Stadt auch überregional zu präsentieren. Diese Chance gilt zugleich als Ansporn in naher Zukunft hoffentlich ähnliches zu schaffen.
Der sportliche Ausnahme-Erfolg untermauert auch die Philosophie des Vereins, verstärkt den Jugend- und Nachwuchsbereich zu fördern. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, junge Mitglieder für den Handball zu gewinnen, sportlich zu fördern und schon früh in den Verein zu integrieren. So ist das junge Durchschnittsalter (knapp über 25 Jahre) des Vorstands um den 1. Vorsitzenden Michael Breitkopf ein positives Ergebnis für das Engagement von jungen Menschen in der Vereinsarbeit. Alle Vorstandsmitglieder sind im Aktivenbereich und größtenteils parallel als Trainer für die Jugendmannschaften tätig, was dazu führt, dass der Vorstand stets ein offenes Ohr für die Anliegen jeder einzelnen Mannschaft hat und gleichzeitig die Vereinsgrundsätze in den einzelnen Teams selbst umsetzen kann. Dass diese Denkart Früchte trägt, erkennt man auch daran, dass der Verein durch die Nachwuchsförderung im Jugendbereich breit aufgestellt ist und von den Minis bis zur A-Jugend durchgehend mit mindestens einer Mannschaft vertreten ist. Einzig im Mädchenbereich geht es dem HSC wie den meisten Handballvereinen. Langfristig soll jedoch auch diese Problematik angegangen werden. Credo des Vorstandes ist hier jedoch der klassische Spruch „Schritt für Schritt“, denn nur ein gesundes Wachstum ist auch nachhaltig. So kann entgegen dem Trend Jahr für Jahr kompensiert werden, wenn junge Spieler nach dem Abitur aufgrund des Studiums den Wohnort wechseln und sich in den Universitätsstädten einem größeren Verein anschließen. Allerdings verlieren unsere Spieler nie den Kontakt zu ihrem Heimatverein und sind mehr als nur gern gesehene Gäste bei den mit oft mehr als 500 Zuschauern frequentierten Heimspieltagen.
Gleichzeitig beobachtet der Verein, dass sich diese Spieler bei diesen Vereinen durchaus durchsetzen und ihren Platz in Mannschaften mit häufig höherer Ligazugehörigkeit behaupten. Dass HSC-Spieler auch bei anderen Vereinen gefragt sind, bestätigt die gute Jugendarbeit. So will der HSC Ingelheim auch in Zukunft mit seiner Jugendabteilung eine starke Rolle in Rheinhessen und Umgebung übernehmen, die Mannschaften dauerhaft in den höchsten Rheinhessischen Ligen etablieren und so die Rotweinstadt zu einem sportlichen Aushängeschild für spannenden und attraktiven Handball machen. Es ist also nicht verwunderlich, dass in der Aufstiegs-, sowie der folgenden Saison die 1. Herrenmannschaft ausschließlich aus Ingelheimer Eigengewächsen bestand.
Der HSC Ingelheim blickt also auf eine wenn auch junge doch auch gleichzeitig erfolgreiche Vergangenheit zurück und sieht positiv in die Zukunft für die nächsten 50 Jahre des Vereins. Die rundum gesunde Aufstellung möchte man nutzen um weiter attraktive Angebote für den Jugend- und Aktivenbereich bereitstellen zu können und um in der Region eine bekannte Anlaufstelle für den Handballsport bieten zu können. Das Potential möchte man nutzen um den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern.
1967 bis 2017 stellt also ein halbes Jahrhundert Handball in Ingelheim dar, das gebührend gefeiert werden soll. Sobald also ein hochkarätiger Gegner zum Jubiläumsspiel gefunden ist, folgt erneut ein tolles Event für alle Handballfans und solche, die es noch werden wollen. 2007 gastierte mit dem TV Großwallstadt ja schon eines der damaligen Topteams der Bundesliga inklusive Nationalspieler, wer weiß, was da zum Fünfzigsten folgt…
Julian Fleckenstein / Eric Wolf