Verband droht mit Punktabzügen
HVR weiss sich nicht anders zu helfen
Quelle: AZ
HANDBALL Vereine sollen bei Nichterfüllung des Schiedsrichter-Kontingents bestraft werden
Den Vereinen des Handballverbandes Rheinhessen (HVR) drohen ab der kommenden Saison Punktabzüge, wenn sie nicht die vom HVR geforderte Anzahl an Gespannschiedsrichtern melden. Dieses Vorhaben stellte der Vorstand des HVR den Klubvertretern bei seiner Vereinsversammlung vor. „Das ist der letzte Schuss, den wir haben“, betonte Martin Franz vom Schiedsrichter-Ausschuss.
Mittlerweile stehen in der Rheinhessenliga nur noch zweieinhalb Gespanne zur Verfügung. Ab der Verbandsliga werden die Spiele sogar nur noch von Einzelschiedsrichtern gepfiffen. Die neue Durchführungsbestimmung sieht vor, dass die Vereine zwei Gespannschiedsrichter melden müssen. Falls nicht, droht den Klubs die Anrechnung von zwei Minuspunkten. Zwei weitere drohen, wenn die gemeldeten Schiedsrichter nicht ein bestimmtes Kontingent an Spielen pfeifen. Die Punkte werden dann jeweils der spielhöchsten Mannschaft abgezogen.
„Wir bekommen unsere Spiele nicht mehr besetzt und wissen uns nicht mehr anders zu helfen“, sagte Franz. Alle anderen Maßnahmen, wie etwa die Erhöhung der Geldstrafen, hätten in der Vergangenheit nicht gegriffen. „Was hier in den letzten Jahren passiert ist, macht den Handball kaputt. Das ist eine Blamage für den Verband“, sagte Franz.
Das Vorhaben des Verbandsvorstandes stieß bei den Vereinen jedoch auf erheblichen Widerstand. „Eine solche Regelung bricht den kleinen Vereinen das Genick“, kritisierte Ingo Klein vom SSV Meisenheim. Rainer Besch von der SG TSG/DJK Bretzenheim forderte die Verantwortlichen auf, „den Handball mit solchen Maßnahmen nicht kaputtzumachen“. Ob die Regelung kommt, entscheidet der Vorstand des HVR.
Eine weitere Herausforderung für den Handballsport sieht HVR-Präsident Klaus Kuhn im Ganztagsschulkonzept, „das die Vereinslandschaft in den nächsten zehn bis 15 Jahren nachhaltig verändern wird“. Kuhn befürchtet einen Wegfall von Sport- und Vereinskultur, weil die Jugendlichen nach der Schule keine Zeit mehr haben, ins Training zu gehen. „Der organisierte Sport wird es in Zukunft sehr schwer haben“, sagte Kuhn. Sowohl Schulen als auch Vereine müssten an einer wirklichen Kooperation arbeiten, die zu nachhaltigen Lösungen führt. „Denn die Vereine haben hier von der Politik etwas aufgedrückt bekommen, dessen Einschnitte in Gesellschaft und Sport so vorher nicht bedacht worden sind.“
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Macht es Sinn, die Vereine mit Punktabzügen zu bestrafen und somit ins "Spielgeschehen" einzugreifen?
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